TRICKSTERS - PARSON & JACK RUSSELL TERRIER

 
 
 
 

Der Parson "Jack" Russell Terrier

 

Als es das erste Mal um eine Rasse-Beschreibung ging, dachte ich an das, was man sonst üblicherweise auf jeder Homepage über diese Hunde finden kann – Standard, Ursprung, Verwendung, usw. Dann kamen wir aber zu dem Entschluss, dass Menschen, die diese Rasse kennen, sich dafür nicht mehr interessieren, und dass andere, die die Rasse nicht kennen, genügend Homepages zur Verfügung haben, auf denen sie diese Informationen finden können.

Ich denke, dass es interessanter ist zu wissen, wie sich das Zusammenleben mit diesen Hunden gestaltet, wie man sie ausbildet, wie sie mit anderen Tieren, Kindern, Menschen auskommen, wie das Grundstück für sie beschaffen sein sollte – eben all das, was einer Familie hilft zu entscheiden, ob diese Rasse die richtige Wahl für sie ist.

Unabhängig von allen Vor- und Nachteilen: wir lieben diese Rasse und sind von ihr überzeugt – sonst hätten wir nicht mehrere dieser Prachtstücke um uns herum. Trotzdem ist es keine Rasse für Jedermann - keine Rasse für Inkonsequente - keine Rasse für unerzogene Kinder - keine Rasse für bequeme Menschen - kein sich selbst erziehende Rasse. Dass die Parsons also nicht für jeden anderen passen und richtig sein müssen - nun, lesen Sie einfach mal ein bisschen weiter.

Was das Zusammenleben mit Jackies in jedem Fall erleichtert – oder es überhaupt und nur möglich macht - ist eine gute Portion Humor. Sich selbst nicht ganz ernst zu nehmen und die Hunde auch nicht (immer), ist eine gute Ausgangsposition für den Schabernack und die Misslichkeiten, die sich im Laufe des gemeinsamen Lebens ereignen werden.

Sie stehlen, sie lügen, sie betteln, sie manipulieren – sie sind Gauner, Schurken, Ganoven und Betrüger – und das auf eine so intelligente Art, dass sie es fast unbemerkt von uns an ihr Ziel bringen. Selbst erwischt in einer absolut prekären und eindeutig misslichen Lage schaffen sie es, uns davon zu überzeugen, dass sie eigentlich nichts – aber auch gar nichts – mit all dem zu tun haben (die auf dem Küchentisch liegende Leckerchentüte ist ganz von alleine auf den Boden gefallen – der Braten auf dem Tisch war nicht schwindelfrei und hat sich daher orientierungslos nach unten gestürzt – das Sofakissen hat den Hund angegriffen und musste erlegt werden – der Ball im Regal war einsam und suchte Trost im Hundemaul…). Die Geschichten sind unendlich und schließen trotz allem den gut erzogenen Hund nicht aus.

Das glauben Sie nicht? Sollten Sie aber besser, um nicht ahnungslos in Ihr Unheil zu rennen.

Wenn man sich für einen Familienhund entschließt, ist es immer gut und hilfreich zu wissen, wofür die entsprechende Rasse ursprünglich gezüchtet und eingesetzt wurde und wird.

Die Abstammung dieser Hunde sollte Ihnen sagen, dass Ihr Jackie jagen und graben wird, wenn man ihm die Gelegenheit dazu gibt.

Jagen?? Ja, er wird jagen - wenn man ihn lässt. Bei dieser Rasse handelt es sich um hochentwickelte Spezialisten, die ursprünglich für die Baujagd gezüchtet wurden, was sich u.a. auch in bestimmten Anforderungen an ihr Aussehen niederschlägt. Keine andere Jagdhundrasse ist in der Lage, diesen Job im Bau so zu machen wie es der Parson (Jack) Russell Terrier tut. Ein nettes Abfallprodukt ist, dass man sie nahezu für alle jagdlichen und sportlichen Aufgaben bis hin zur Rettungshundearbeit ausbilden und einsetzen kann. Ein weniger nettes ist es, dass Ihr Parson jagen wird, wenn sie ihn jagen lassen - und zwar nicht, um Sie zu ärgern, sondern einfach, weil er das tut, wofür er gezüchtet wurde - nur leider ohne ausdrückliche Erlaubnis. Hier gilt also die konsequente Erziehung und Auslastung von Anfang an - das spart Nerven und die Teilnahme an teuren Kursen zum Antijagdtraining.

Graben?? Ich muss die Gärtner aus Leidenschaft unter Ihnen enttäuschen, denn diese Hunde sind sicherlich keine gute Wahl für Sie. Der preisgekrönte Rosengarten ist nun wirklich kein heiliger Boden für einen Jack Russell. Einen solchen Teil des Gartens zu schützen, sollte Ihnen die Investition in stabile Umfriedung desselbigen wert sein. Sind Sie dazu nicht bereit, dann sollten Sie nach einer anderen Rasse Ausschau halten, was für die Zukunft Ihren Geldbeutel und Ihre Nerven sowie Ihre Liebe zum Hund schonen wird.

Auch Gemüsegärten üben eine magische Anziehungskraft auf diese Hunde aus – sie lieben es, die von Ihnen mit Mühe und Liebe gesetzten Pflänzchen mit ebensolcher Hingabe wieder auszugraben – aus Sicht des Hundes hat so jedes Familienmitglied seinen Spaß damit. Sollte eine Pflanze – zum Beispiel ein Tomatenstrauch – diesen Angriffen erfolgreich widerstehen können, kommt die zweite Stunde des Russells – eines Tages hängen grüne Tomaten an den Sträuchern, die sehr grosse Ähnlichkeit mit einem Tennisball haben – was kann man damit für Spiele spielen und Spass haben…

Jackies sind eine besonders intelligente Rasse und machen daher eine ausgezeichnete Figur beim Agility, Obedience, Flyball – sie mögen Action und Sport. Sie in solchen Sportarten zu führen, bringt Unterhaltung für Hund und Herrchen/Frauchen und festigt auch die Bindung beider zueinander. Selbst Kinder können mit Freude und Erfolg ihren Jackie im Agility führen und somit ein sinnvolles und geregeltes Miteinander auf- und ausbauen.

Grundvoraussetzung für den Hundesport, bei dem sich Mensch und Hund begegnen, ist die gute Sozialisation, für die man Zeit und Geld in den Besuch geeigneter Welpenstunden und Junghundekurse investieren muss – wir sagen bewusst nicht „soll“, sondern „muss“. Dies sollte für jeden, der sich einen Hund zulegt, ein geringer Preis dafür sein, gemeinsam mit seinem Hund gern gesehener Gast bei Familie, Freunden, in Lokalen und an Urlaubsorten zu werden. Und auch ein Vermieter wird es Ihnen sicherlich danken – ebenso wie eventuelle Mitbewohner in Ihrem Haus. Vergessen Sie nicht, den heranwachsenden Hund mit allem vertraut zu machen, was ihm im Leben begegnen wird – Autos, Züge, Einkaufsstrassen, Kinder, andere Hunde – es wird Ihnen später vieles dadurch leichter gemacht werden.

Zuletzt die Frage, die sich so viele Familien stellen: ist das der richtige Hund für Kinder? Nun ja, das hängt in erster Linie davon ab, wie „richtig“ Ihre Kinder für Hunde sind. Ist Ihr Kind gut erzogen und haben Sie ihm beigebracht, ein Tier zu respektieren und zu achten, gibt es meistens keine Probleme. Dies ist natürlich auch eine Frage des Alters – ein Kind im Alter von 2 oder 3 Jahren ist einfach noch nicht fähig, bestimmte Dinge im Umgang mit einem jungen Hund zu beachten – daher unsere Empfehlung, mit dem Einzug eines Hundes solange zu warten, bis das Kind alt und verständig genug ist, den richtigen Umgang mit dem Hund von Ihnen erlernen zu können.

Ein Jack Russell Terrier ist meiner Meinung nach der unterhaltsamste, lebendigste, intelligenteste und am leichtesten auszubildende Hund – und er hat eine gehörige Portion Humor in sich stecken. Jackies sind handlich und man kann sie fast überall mit hinnehmen (im Hallenbad oder in der Fahrstunde könnte es vielleicht problematisch werden) – immer unter Berücksichtigung dessen, dass sie mit Herz, Kompetenz, grosser Konsequenz und Sachverstand aufgezogen, erzogen und ausgebildet werden!

 
 
 

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